Um wohl kaum ein Gebiet auf unserem Planeten ranken sich soviele Legenden wie um das berühmt-berüchtigte Bermuda-Dreieck. Dieses Meeresgebiet grenzt sich in seiner engsten Form durch die drei Eckpunkte Florida, Puerto Rico und den Bermuda Islands ab, während einige Schriftsteller das Gebiet auf einen weitaus größeren Radius ausdehnen, das möglicherweise einen Großteil des Atlantiks bis hin zu den Azoren umfasst.
Wie dem auch sei. Gerade in dem oben erwähnten Kerngebiet ereigneten sich während der letzten Jahrzehnte zahlreiche seltsame Vorfälle, bei denen Flugzeuge und Schiffe spurlos verschwanden bzw. möglicherweise gerade noch entkommene "Opfer" von merkwürdigen Erlebnissen berichteten. Man hat schon viele "Schuldige" für die Ereignisse in diesem Gebiet gesucht: Zu früheren Zeiten waren es Monster und Seeschlangen, später kamen Wirbelstrürme, natürliche elektrische Felder oder starke Luftdruckschwankungen hinzu, die verantwortlich für das Verschwinden von Flugzeugen und Schiffen waren (wobei jede dieser Theorien natürlich ihre Stärken und Schwächen hat). Letztlich gerieten in den 40er und 50er Jahren auch die UFOs in Verdacht, ihr "Unwesen" im Dreieck zu treiben und das spurlose Verschwinden von Mensch und Gerät wurde schnell als Form einer Entführung durch Außerirdische populär. Im Nachfolgenden wollen wir uns einige dieser Fälle kurz ansehen und die Realität eines Geheimnisses im Dreieck beurteilen.
Einer der berühmtesten Vorfälle im Dreieck ist sicherlich das Verschwinden einer Staffel von TBM 3-Avenger-Flugzeugen der US-Marine. Diese unter dem Namen "Flight 19" berühmt gewordene Staffel startete am 5. Dezember 1945 von Fort Lauderdale in Florida zu einem Übungsflug über dem küstennahen Ozean. Obwohl anfangs alles nach Plan lief, meldete der Staffelführer nach einiger Zeit plötzich Probleme, als das Geschwader scheinbar technische Probleme bekam und ( über dem eigentlich gut zu überblickenden) Meeresgebiet völlig die Orientierung verlor. Obwohl das Wetter über dem gesamten Gebiet ruhig war, beschrieben die Piloten Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h und rotierende Kompaßnadeln. Schließlich brach der Kontakt ab und die Staffel war spurlos verschwunden. Auch eine großangelegte Suchaktion brachte keine Erfolg und es wurden weder verwertbare Wrackteile noch Ölspuren auf dem Meer gefunden, die auf einen Absturz hindeuten könnten. Zahlreiche "Wahrheiten" und Legenden (die besonders in diesem Fall schwer zu trennen sind) ranken sich um die Ereignisse damals. So trat etwa einer der Piloten aufgrund einer Vorahnung von seiner Beteiligung an Flight 19 zurück und trotzdem startete die Staffel nach Aufzeichnungen vollzählig, obwohl auf der Basis keiner der anderen Piloten vermißt wurde. Eine andere Geschichte, die oftmals Beweis für extraterrestrische Übergriffe gedeutet wurde, ist der angebliche Satz des Staffelführers per Funk "Kommt mir nicht nach... sie sehen aus, als wären sie aus dem Weltraum...", wobei zumindest der Satz "Kommt mir nicht nach..." auch in offiziellen Gesprächsprotokollen über den Vorfall auftaucht.
Wie gesagt: Es gibt viele Legenden und Halbwahrheiten im Umfeld dieses Vorfalls und es ist schwer diese zu trennen. Manche Zeugen geben an, ungewöhnliche Gesprächsteile gehört zu haben, andere verneinen dies und vertreten die Überzeugung, das das Geschwader durch unglückliche Umstände abgestürzt ist und das es kein Mysterium um "Flight 19" gibt.
Einige Pilote und Kapitäne geben an, im Dreieck seltsamen Objekten begegnet zu sein, wie etwa Lichterscheinungen am Himmel oder unter Wasser. Auch plötzliche Nebelerscheinungen werden gern mit einem fremden Einfluß in diesem Gebiet in Verbindung gebracht. So lieferte sich etwa der Schlepper "Good News" ein regelrechtes Tauziehen mit einer unbekannten Kraft aus einer Nebelbank, die das zu schleppene Schiff eingehüllt hatte. Während des ganzen Vorfalls rotierten die Kompaßnadeln auf dem Schiff und alle elektrischen Geräte fielen aus. Schließlich löste sich die Nebelbank auf und der Vorfall war vorbei. Im Bereich der Küste von Florida wurden auch desöfteren Leuchterscheinungen am Meeresgrund oder am Himmel gehen. So beobachtete z.B. 1957 die mannschaft eines Fischerbootesin der Nähe der Bahamas, wie sich am Himmel eine Art "dunkler Fleck" vor den Sternen bildete, in den drei Lichter eindrangen. Während dieser Beobachtung war selbstverständlich auch wieder die gesamte Bordelektrik des Schiffes einschließlich Kompaß gestört.
Gibt es nun ein Mysterium um das Bermuda-Dreieck oder ist alles nur ein moderner Mythos?
Skeptiker verweisen darauf, das laut Statistiken die Rate von Schiffen und Flugzeugen, die dort verschwinden auch nicht höher ist, als an anderen Orten auf der Erde. Sie verweisen weiterhin darauf, das speziell dieses Gebiet meterologisch sehr instabil ist und plötzlich auftretende Wetterumstürze sehr schnell ein Schiff oder Flugzeug zum Untergehen bzw: Abstürzen bringen können. Und was das spurlose Verschwinden angeht...nun... es ist ein ziemlich großes Gebiet und nicht alle Wracks können gefunden werden, zumal einige Maschinen, die bereits zum Mythos gezählt wurden (oder werden) nachweislich zumindest in Form von einzelnen Wrackteilen gefunden worden sind (es gibt einen Bericht, nachdem eine Maschine von Flight 19 auf dem Meeresgrund von Tauchern entdeckt worden ist, dies ist jedoch genauso unbewiesen, wie einige Details des gesamten Vorfalls). Die Kritiker führen weiter an, das dieses Meeresgebiet bereits seit langer Zeit Handlungsort von Legenden und "Seemannsgarn" ist und das sich diese alten Märchen nun z.B. in Form von UFO-Sichtungen und dem "geheimnisvollen" Verschwinden von technischem Gerät manifestieren.
Damit haben diese Kritiker zum Teil sogar recht, denn einige offensichtliche Fälle von natürlichen Ursachen bzw. menschlischem Versagen wurden unabsichtlich (oder absichtlich?) zu Legenden hinaufstilisiert und werden von zahlreichen Autoren weiterhin benutzt, obwohl die Fakten längst geklärt sind (oder scheinen). Es ist jedoch eine Tatsache, das zahlreiche Menschen seltsame Erlebnisse in diesem Gebiet hatten bzw. tatsächlich Flugzeuge und Schiffe mit gesamter Besatzung quasi ohne eine Spur zu hinterlassen, verschwanden.
Ob es nun UFOs oder elektrische Phänomene oder Wirbelstürme oder sonst etwas ist, es gibt erwiesenermaßen zahlreiche ungeklärte Vorfälle im Bermuda-Dreieck und obwohl es gerade von UFO-Gegnern oftmals als Grundlage für Spott und den Nachweis von Falschinformationen genutzt wird, hat die Legende doch einen wahren Kern. Ob nun der legendäre Flight 19 nur ein gewöhnlicher Unfall war oder einen unerklärlichen bzw. extraterristischen Hintergrund hat, wird wohl für immer ungeklärt bleiben.
An weiterführender Literatur ist natürlich nach wie vor Charles Berlitz Buch von 1974 "Das Bermuda-Dreieck" zu empfehlen, sowie auch sein weitere Buch zum Thema "Whitout a Trace". Obwohl besonders ersteres Buch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist und sich einige der darin aufgezeichneten Fälle bereits geklärt haben, bietet es nach wie vor eine umfassende Hintergrundinformation zum Thema.
In letzter Zeit scheint es eher ruhig um das Bermuda-Dreieck geworden zu sein, denn es liegen keine neuen außergewöhnlichen Fälle vor. Die zahlreichen physikalischen Erklärungsversuche können jedoch keinesfalls das Spektrum der teilweise mehr als unerklärlichen Ereignisse der Vergangenheit erklären. Warten wir ab, was sich neues ergibt...
Weitere interessante Texte über UFOs und Außerirdische finden Sie im Internet unter anderem auf der Site von Alien.de