Prinz
Friedrich Karl
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| Prinz Friedrich Karl |
Friedrich Karl Nikolaus von Preußen wurde am 20. März 1828
in Berlin als Sohn des Prinzen Karl, dem Bruder des Kaisers Wilhelm I., geboren.
Er trat schon als Knabe in die Armee ein und genoss von 1842 bis 1846 in den militärischen
Disziplinen den Unterricht des damaligen Majors (des späteren Kriegsministers)
von Roon. Dieser war auch sein militärischer Begleiter, als der Prinz 1846 die
Universität Bonn besuchte. Nach Beendigung seiner Studien machte Friedrich Karl
1848 den schleswigschen Feldzug als Hauptmann im Gefolge des Generals Wrangel
mit und zeichnete sich in den Gefechten bei Schleswig und bei Düppel durch persönlichen
Mut aus.
1849 nahm er als Major im Generalstab seines Onkels, des damaligen Prinzen von
Preußen, an dem Feldzug in Baden teil und wurde in dem Gefecht bei Wiesenthal
an der Spitze einer Husareneskadron schwer verwundet. In den nun folgenden Friedenszeiten,
in denen er 1852 Oberst, 1854 Generalmajor und 1856 Generalleutnant wurde, widmete
er den militärischen Wissenschaften eifriges Studium. Die Resultate desselben
teilte er einem engeren Kreis von Offizieren in Vorträgen und lithografischen
Abhandlungen mit.
Als Kommandeur des 3. Armeekorps (seit 1860) machte er dieses zur Pflanzschule
seiner militärischen Ideen und erwarb sich hierdurch bei der Entwicklung der preußischen
Armee hervorragende Verdienste. 1864 erhielt der Prinz, inzwischen zum General
der Kavallerie befördert, den Oberbefehl über die preußischen Truppen in Schleswig-Holstein,
ging nach dem unglücklichen Angriff auf Missunde Anfang Februar 1864 bei Arnis
über die Schlei, zwang den Feind, das Danewerk aufzugeben und sich nach den Düppeler
Schanzen zurückzuziehen und erstürmte diese am 18.April.
Nachdem Wrangel im Mai sein Kommando niedergelegt hat, wurde der Prinz Oberbefehlshaber
der Alliierten Armee und eroberte Jütland und am 29. Juni die Insel Alsen. 1866
wurde Friedrich Karl zum Oberbefehlshaber der ersten Armee (2., 3. und 4. Korps)
ernannt, rückte von der Oberlausitz in Böhmen ein, schlug am 26. und 27. Juni
bei Liebenau und Podol, am 28. bei Münchengrätz und am 29. bei Gitschin die österreichisch-sächsischen
Truppen unter Clam-Gallas. Am 3. Juli 1866 griff er die österreichische Stellung
bei Königsgrätz an. In hartnäckigem Kampf hielt er den numerisch überlegenen Gegner
in der Fronte so lange auf, bis der Kronprinz auf dem Schlachtfeld eintraf und
in der rechten, General Herwarth von Bittenfeld in der linken Flanke des Feindes
eingriff.
Von da marschierte der Prinz bis in die Nähe von Wien. In dem konstituierenden
norddeutschen Reichstag von 1867 vertrat er den ostpreußischen Wahlkreis Labiau-Wehlau.
Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 mit dem Oberkommando über die zweite
deutsche Armee betraut, hielt er am 16. August 1870 in der Schlacht bei Vionville
die französische Rheinarmee unter Marschall Bazaine bei Metz zurück und brachte
am 18. August bei Gravelotte durch den Sieg über den feindlichen rechten Flügel
bei St.-Privat die Entscheidung.
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Darauf erhielt er den Oberbefehl über die erste und zweite Armee,
um die Einschließung von Metz zu übernehmen. Er schlug alle Ausfälle Bazaines
zurück und zwang ihn zur Kapitulation vom 27. Oktober 1870. Am 28. Oktober wurde
er zum Generalfeldmarschall ernannt und zog am 2. November von Metz mit drei Armeekorps
in Eilmärschen gegen die Loire, um die französische Loirearmee vom Vordringen
gegen Versailles und Paris abzuhalten. Nachdem er die Angriffe der Franzosen zurückgeschlagen
hatte, ging er am 3. Dezember zur Offensive über, besetzte am 4. Dezember Orleans
und trieb die feindliche Armee bis Bourges und Le Mans zurück.
Als Chanzy mit Übermacht im Januar 1871 von neuem vorrückte, schlug ihn Friedrich
Karl in mehreren Gefechten (6. bis 12. Januar) und zersprengte sein Heer so vollständig,
dass jeder weitere Versuch, Paris von Westen her zu entsetzen, unmöglich gemacht
wurde. Am 22. März erhielt er das Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Nach dem Krieg
wurde er zum Generalinspekteur der dritten Armeeinspektion des deutschen Reichsheeres
und zum Inspekteur der preußischen Kavallerie ernannt. Für die Ausbildung der
Reiterei entfaltete er in Gemeinschaft mit dem General von Schmidt eine bahnbrechende
und erfolgreiche Tätigkeit.
Kaiser Alexander ernannte ihn zum russischen Feldmarschall. Er war außerdem Chef
mehrerer preußischer, russischer und österreichischer Regimenter. Friedrich Karl
unternahm mehrere Reisen in den Orient; über die letzte, 1883 nach Ägypten und
Syrien unternommene erschien 1884 ein Prachtwerk. Am 15. Juni 1885 starb er in
Klein-Glienicke bei Potsdam. Der Prinz war seit dem 29. November 1854 mit der
Prinzessin Maria Anna, der Tochter des Herzogs Leopold Friedrich von Anhalt, vermählt.
Am 18. Jahrestag der Schlacht von Vionville-Mars la Tour, dem 16. August 1888,
wurde ihm in Frankfurt a.O. ein Denkmal, ein Standbild des Prinzen in Überlebensgröße,
im Beisein des Kaisers Wilhelm II. enthüllt. In Görlitz wurde am 27. Oktober 1891,
dem Jahrestag der Kapitulation von Metz, ein Nationaldenkmal für Friedrich Karl
auf dem Blockhausplateau errichtet.

