Am 14. August 1865 kommt es noch einmal zu einer
Verständigung Österreichs und Preußens durch die sogenannte Gasteiner Konvention.
Die beiden Herzogtümer bleiben im Besitz beider Mächte, Holstein aber unter
der Verwaltung Österreichs und Schleswig unter preußischer Verwaltung. Außerdem
erhält Preußen den Kieler Hafen und die Oberaufsicht über den zu bauenden Nordostseekanal.
Zusätzlich verkauft Österreich aus Geldnot das Herzogtum Lauenburg für 2 ½ Millionen
dänischer Taler an Preußen. Schleswig, Holstein und Lauenburg treten in den
Zollverein ein.
Für den Abschluss diese Vertrages wurde Bismarck von Wilhelm I. in den Grafenstand
erhoben.
Trotz der Gasteiner Konvention bleiben die gegenteiligen Ansichten der beiden
deutschen Großmächte erhalten, besonders da Österreich die Nebenregierung des
Herzogs Friedrich VIII. duldet.
Während eines Erholungsurlaubes erhält Bismarck am 4. Oktober 1865 vom Kaiser
der Franzosen, Napoleon III., die Neutralitätszusage im Falle eines preußisch-österreichischen
Krieges. Diese Zusage bedeutet für Bismarck einen glänzenden diplomatischen
Erfolg. Sie verpflichtet Preußen zu keinerlei Gegenleistung und gibt ihm freie
Hand in der Politik gegenüber Österreich.
Bereits im Mai dieses Jahres erklärte Bismarck die Politik gegenüber Österreich:
Von allen Möglichkeiten sei die Annexion der von beiden Mächten verwalteten Herzogtümer die wahrscheinlichste
Neutralität Russlands und vor allem Frankreichs sei erforderlich bei diesem Waffengang
Frankreichs Neutralität verhindere auch ein österreichisches Bündnis mit Napoleon III.
"Ist Preußens Macht einmal gebrochen, so wird
Deutschland schwerlich dem Schicksal Polens entgehen." sagte Otto von Bismarck
im Frühjahr 1866. Nach der Neutralitätszusage Frankreichs sucht Bismarck nun
ein Bündnis mit Italien, das seinerseits Venetien von Österreich fordert. Am
8. April 1866 schließen Preußen und Italien in Berlin ein auf drei Monate befristetes
Angriffsbündnis gegen Österreich. Italien verpflichtet sich, im Falle eines
Krieges Preußens mit Österreich, Wien den Krieg zu erklären. Bismarck hat damit
festgelegt, den Krieg bis Juli zu beginnen.
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| Kaiser Franz Joseph |
Angesichts der wachsenden Spannungen in Deutschland und der Nachricht
über die Kriegsvorbereitungen in Italien, mobilisiert Österreich seine Kräfte.
Durch die Italiener gedrängt, mobilisiert Preußen Anfang Mai. Es veröffentlicht
jetzt auch seinen Vorschlag zur Bundesreform: Die österreichischen und niederländischen
Landesteile sollen dem Bund nicht mehr angehören, das Nordkorps der Bundesarmee
soll unter preußischen und das Südkorps unter bayrischen Oberbefehl gestellt werden.
Österreich trägt am 1. Juni die Frage um Schleswig-Holstein vor den Bundestag
und fordert die Einberufung des Landtages von Holstein. Es erhofft sich dadurch
eine Klärung der Streitigkeiten. Preußen betrachtete dies als Bruch der Gasteiner
Konvention und ließ seine Truppen am 9. Juni in Holstein einmarschieren. Am 11.
Juni beantragt Österreich beim Bundestag die Mobilmachung des Bundesheeres gegen
Preußen, der am 14. Juni mit neun gegen sechs Stimmen stattgegeben wird. Sämtliche
diplomatische Beziehungen zwischen Preußen und Österreich werden abgebrochen.
Preußen betrachtet das Vorgehen des Bundes als Bruch der Bundesverfassung und
erachtet den Deutschen Bund damit als aufgelöst.
Damit stehen sich die deutschen Staaten auf den Seiten der beiden Großmächte in
einem Bruderkrieg gegenüber. Mit Österreich kämpfen zwölf deutsche Staaten, darunter
die Königreiche Bayern, Hannover, Sachsen und Württemberg, die Großherzogtümer
Baden, Hessen-Darmstadt und Kurhessen sowie die Mehrzahl der kleinen Staaten Mittel-
und Süddeutschlands. Auf Preußens Seite stehen die norddeutschen Klein- und Mittelstaaten
sowie das Königreich Italien.